ZUR KREISGESCHICHTE
Der Westerwald war
über Jahrhunderte Grenzraum ohne starke politische und kulturelle Zentrierung.
Er war Grenzzone Kurkölner und Kurtrierer Einflüsse, die aber
den Herrschaftsbereichen des eingesessenen Adels, so der Herren bzw. Grafen von Sayn,
Westerburg, Wied und Nassau, genügend Raum ließen. Damit war das Land zum ersten Mal in einem
größeren Flächenstaat vereinigt. Verwaltet wurde es im heutigen Kreisgebiet von den
nassauischen Ämtern Montabaur, Wallmerod, Selters, Marienberg und Hachenburg.
Vorübergehend und zwar von 1849 bis 1854 war die Verwaltung in größeren Kreisämtern
vereinigt. Damals war Hachenburg zugleich für Marienberg und Selters zuständig, während
Rennerod nach Herborn, Wallmerod nach Hadamar und Montabaur nach Nassau zugeteilt wurden.
Als das Herzogtum Nassau 1866 Preußen als Sieger zufiel, wurde es als Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz
Hessen-Nassau zugeteilt. Nach preußischem Vorbild wurden 1867 Landkreise eingerichtet,
der Oberwesterwaldkreis in Marienberg für die Ämter Hachenburg, Marienberg und Rennerod,
der Unterwesterwaldkreis mit den Ämtern Montabaur, Selters und Wallmerod. Angesichts
gestiegener Verwaltungsaufgaben wurden 1885/86 im Zusammenhang mit dem Erlass einer
Provinzial- und Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau die Kreise des
Regierungsbezirks Wiesbaden neu abgegrenzt und von 12 auf 18 erhöht, dabei in der
Westerwaldregion ein dritter Kreis errichtet, der Kreis Westerburg, zu dem der
Oberwesterwaldkreis das Amt Rennerod und der Unterwesterwaldkreis das Amt Wallmerod sowie
einige Ortschaften des Amtes Selters abtrat. |